Dr. Thomas Szekeres

« Dezember 2017»
S M D M D F S
          1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30
31            

Kategorien

Danke für Ihr Vertrauen

 

Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen,

Ein ereignisreiches Jahr neigt sich dem Ende zu. Erlauben sie mir das Jahr Revue passieren zu lassen. Neben Ärztekammerwahlen - danke für Alle die mir ihr Vertrauen geschenkt haben und mich zum WÄK und ÖÄK Präsidenten gewählt haben - gab es in der Politik eine Reihe von Veränderungen, die auch die Gesundheitspolitik beeinflussen werden.

 

Gesundheitsministerin Oberhauser ist leider viel zu früh verstorben, ihrer Nachfolgerin, Pamela Rendi-Wagner war nur ein kurzes Intermezzo beschert. Nunmehr wurde Beate Hartinger-Klein, eine Kennerin des Gesundheitssystems und der Sozialversicherungen zur Sozial- und Gesundheitsministerin bestellt. Einige Vorhaben der neuen Regierung sind zu begrüßen, andere, wie die Aufhebung des bereits beschlossenen Rauchverbotes oder die Kassenzusammenlegung ohne die Möglichkeit der Verhandlungen auf lokaler-Bundesländer Ebene sehen wir als kontraproduktiv an. Die geplante Aufwertung des Hausarztes oder eine Nachbesserung des PHC Gesetzes begrüßten wir ausdrücklich und hoffen auf reale Umsetzung.

Es freut mich, dass die Ministerin zu einen der ersten Termine die Ärztekammer eingeladen hat. Wir werden die Mitwirkung der Ärzteschaft an gesundheitspolitischen Entwicklungen laufend einfordern. Ich bin sicher wir werden, nicht zuletzt aufgrund der Schärfung unseres Profils in den vergangenen Jahren, im Gegensatz zu früher, rechtzeitig gehört werden müssen.

Herausforderungen sind neben der bevorstehenden Pensionierungswelle und der Tatsache, dass von zehn Absolventen des Medizinstudiums nur sechs in Österreich zu arbeiten beginnen, die schnell wachsende und älter werdende Bevölkerung. Man wird in Zukunft deutlich mehr ärztliche Hilfe benötigen und das bei vermutlich weniger Ärztinnen und Ärzten.

Besorgniserregend und falsch sind Einsparungspläne im Gesundheitssystem. Bereits die frühere Regierung hat eine Deckelung und Kopplung der Gesundheitsausgaben an das Wirtschaftswachstum beschlossen, was sinnwidrig ist, muss man doch die Ausgaben an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Fakt ist, dass Österreich wesentlich weniger Geld für Gesundheit ausgibt als Deutschland oder die Schweiz bei vergleichbar guten Systemen. In den vergangenen Jahren hat es keine Ausgabenexplosion im Gesundheitssystem gegeben, wie uns immer wieder suggeriert wird. Die Ausgaben sind unwesentlich stärker gestiegen als die Inflation und das bei immer mehr Behandlungsoptionen, rasanten Fortschritten in der Medizin und deutlich mehr Patienten.

Die neue Gesundheitsministerin ist auch Sozialministerin. Eine der großen Anforderungen wird sein, älteren Menschen adäquate Pflege angedeihen zu lassen: Ältere Menschen sind oft kränker, weniger mobil, benötigen mehr ärztliche und pflegerische Hilfe. Pflege ist Bestandteil einer Gesundheitsvorsorge, gerade in der Alternsgesellschaft. Auch das ist zu berücksichtigten : es braucht genügend Ärzte und Pflegekräfte und Einrichtungen - stationär und mobil. Das wird nur mit mehr Geld und Ressourcen gehen.

Es ist unmöglich, mehr und kränkere Menschen mit weniger Geld auf gleichem Niveau wie heute zu versorgen.

Ich bin zuversichtlich, dass wir mit lauter Stimme und schlagkräftigen Argumenten Verbesserungen etwa in der Honorierung und Versorgung durch beliebte Hausärzte zu erreichen und eine Aufweichung des Arbeitszeitgesetzes für Spitalsärzte, nicht zuletzt in Interesse unserer Patienten, verhindern.


In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein erfolgreiches und vor allem gesundes Neues Jahr!


Ihr
Thomas Szekeres

Mein Kommentar

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.

Zurück