Dr. Thomas Szekeres

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Freie Berufe müssen frei bleiben!

Keine Eingriffe in die Autonomie der Ärzte

Jenseits der Debatte um die Kammern wird in der Öffentlichkeit ein Aspekt zu wenig beachtet. Freie Berufe – und da vor allem Ärzte – sind keine Dienstleister, die auf Anordnungen irgendwelcher Autoritäten zu funktionieren haben. Ärzte sind ausschließlich sich, ihrem Ethos und dem Wohle des Patienten verpflichtet. Deshalb brauchen sie Schutz und Selbstbestimmung, das muss gesetzlich verankert sein.

 

Niemand kann dem Arzt vorschreiben, wann und wie er zu therapieren und einzugreifen hat- außer  der Patient. Und die objektive Situation.
Ärzte haben sich der Genfer Konvention des Weltärztebundes – landläufig Hippokrates Eid – verpflichtet und eine lange Ausbildung hinter sich, die von der Ärztekammer geprüft wird. Niemand darf und soll sich einmischen.
Seit Jahren versuchen unterschiedliche Kräfte, die Selbstbestimmung und Selbstverfassung der Ärzte aufzuweichen, mit durchaus fragwürdigen Absichten.

Eine freie, demokratische Gesellschaft braucht unabhängige Organe, die dafür sorgen, dass Willkür und Zwangsverordnungen nicht Platz greifen können. Was die Zerstörung dieses Status nach sich ziehen kann, wissen wir alle aus schrecklicher Erfahrung: nie mehr Euthanasie.

Ärzte haben die selbstauferlegte Verpflichtung, Menschen ohne Rücksicht auf Geschlecht, Herkunft, sozialen Status oder sonstige Hintergründe gleichermaßen und gleich intensiv zu helfen, Krankheiten zu lindern und Verletzungen zu heilen oder zu behandeln. Hier darf es keine Einschränkungen oder Ausnahmen geben. Alle Patienten haben den gleichen Anspruch.

Um dieses Autonomie nach außen zu stärken, genügend Gegenkraft zu entwickeln, braucht es auch eine starke Ärztevertretung, die mehr ist als nur Servicestelle und Interessensvertretung ist. Ein Garant dafür, dass es eine soziale Gesundheitsversorgung gibt, dass Menschen ihre Würde bewahren, dass ihre Intimität nicht verletzt wird. Ärzte haben ein Schweigegelübde. Das darf nie aufgeweicht werden. Durch keine staatlichen Autoritäten und sonstige legistische Anordnungen.

Nicht ohne Grund genießen Ärzte auch vor allem deshalb Ansehen und Vertrauen in großen Kreisen der Bevölkerung. Sie sind verschwiegen. Und teilen ihr Wissen ausschließlich mit dem Patienten. Dieses Prinzip ist sakrosankt.

Dass es nicht aufgeweicht wird, dafür sorgt die Ärztevertretung, sorgen die strengen Zulassungs-und Berufsberechtigungsregelungen.
Und noch etwas: Nahezu ausnahmslos alle Ärzte werden deshalb Ärzte, weil sie Menschen helfen wollen und Krankheiten bekämpfen. Das gilt für praktizierende Ärzte ebenso wie für forschende.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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