Dr. Thomas Szekeres

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…Oder seltsame Fakten um die gesunde Lebenserwartung

Rumänen und Bulgaren und viele Südeuropäer haben eine bessere Alternsgesundheit und gesunde Lebenserwartung als Österreicher. Sagt eine Statistik, die allerdings Birnen mit Äpfel vergleicht und auf subjektiven Einschätzungen beruht.

 

Wie gut die Altersgesundheit ist, hat nichts mit der Qualität der akuten medizinischen Versorgung zu tun, sondern mit einem gesunden Leben und der subjektiven Einschätzung der Befragten Es ist wie mit dem Glück: Die Höhe des BIP hat nichts damit zu tun, ob Mensch subjektiv ein glückliches und zufriedenes Leben führt, sondern mit anderen Faktoren. Deshalb gibt es auch den -methodisch umstrittenen -Glücksindex.

Gesundes Leben und hohe Altersgesundheit – subjektiv – beruht auf mehreren Faktoren. Ansprüche an Leben und Mobilität, Ernährung und Einschätzung von Krankheit.

Je höher organisiert ein Gesundheitssystem ist, umso höher sind die Ansprüche.

Wer nur damit argumentiert Österreich würde eine ineffiziente Gesundheitsversorgung haben, hat nicht genau gelesen oder will bewusst ideologisieren und Argumente finden um einzusparen.

Faktum ist, dass die öffentlichen Ausgaben für Gesundheit in den vergangenen Jahren kaum gestiegen sind (8,1 Prozent des BIP) – trotz höherer Investitionen in Medizintechnologie, trotz steigender Patientenzahl. (Österreich hat ein starkes Bevölkerungswachstum gerade im urbanen Segment). Wenn etwas gestiegen ist, dann sind es die privaten Ausgaben für Gesundheit: Zusatz-Versicherungsprämien, Investitionen in Wellness und persönliche private Vorsorge.

Faktum ist, dass die Altersgesundheit viel mit Prävention zu tun hat. Das schaut Österreich wirklich schlecht aus. Wir liegen in der Jugendgesundheit laut OECD (Health at a glance) auf den hinteren Rängen, wir ernähren uns schlecht, essen zu viel Junk-Food, zu wenig Gemüse und Obst, trinken und rauchen zu viel. Bereits in der Jugend.
Hier ist der Hebel anzusetzen und darauf zielt die oben genannte Statistik ab. Auf gesunde und glückliche Lebensführung. Für Prävention wird in Österreich zu wenig ausgegeben : Auch das sagt die OECD.
Nicht bestritten ist laut OECD Qualität der akut medizinischen Versorgung – die in Österreich allemal noch besser als in den meisten OECD-Ländern und allemal noch günstiger ist.

Wer polemisieren will soll es tun.

Wenn die Parteien glauben, damit punkten und über die Hintertür Einsparungen vornehmen zu wollen, sollen sie es tun.

Dem österreichischen Gesundheitssystem tuen sie nichts Gutes.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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