Dr. Thomas Szekeres

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Alles bleibt beim Alten. Gut so.

Mehr als ein Jahr hat es gedauert bis die Studie zur Situation und möglichen Reformen der Sozialversicherungen publiziert wurde. In der Zwischenzeit ist eine Präsidentin zurückgetreten, der Nachfolger scheint aber gewillt zu sein, peux à peux mit Änderungen zu beginnen.

Die hochrenommierte UK-Beratungsfirma – eine österreichische wurde anscheinend nicht für würdig genug empfunden – hat drei Vorschläge evaluiert. Fazit: Es bleibt bei den 21 Sozialversicherungen. Allerdings werden die Leistungen und Angebote harmonisiert.

Wenn Österreicher über Harmonisierung reden, steckt zumeist ein Haken drin: Es wird hoffentlich nicht eine Nivellierung der Leistungen nach unten. Aus Spargründen. Dagegen würden wir mobilsieren. 

Und wiederum ortet man bei den Ausgaben der Sozialversicherungen die ewig gleichen Parameter: zu hohe Ambulanzkosten in den Spitälern, zu geringe Vernetzung zwischen muralem und nicht muralem Bereich, zu viele Kosten für Medikamente.

All das kennen wir schon. Das sagen österreichische Studien und Experten seit Jahren. Dass Leistungen österreichweit vereinheitlicht werden – und Honorare nach oben gesetzt werden – wäre sinnhaft und notwendig.

Bei aller Kritik: So schlecht ist unser Gesundheitssystem im internationalen Vergleich nicht. Noch stemmen wir uns erfolgreich gegen Staatsmedizin und Modelle á la UK, noch haben wir keine Verhältnisse wie Griechenland, oder andere südeuropäische Länder.

Noch haben wir: freie Arztwahl, freien Zugang zur Spitzenmedizin – wenn auch mit langen Wartezeiten – und ein funktionierendes Erstversorgungs- und Rettungswesen.

Etwas aber muss allen klar sein: Billiger wird es nicht.

Auch wenn alle Ökonomen faseln, was man nicht alles einsparen könnte. Sie unterschätzen in ihrem Scheinrationalismus zwei Momente:  

  • Krankheiten lassen sich nicht systemisieren und Heilungsprozesse schon gar nicht.
  • Doppelgleisigkeiten sind in der Medizin teilweise lebensnotwendig. Das Recht der zweiten Meinung und der zweiten Diagnose darf nicht überrollt werden.

Redundanzen sind notwendige Absicherungen in der Medizin.

Was wir ändern müssen – und in diese Richtung werden wir ein Modell vorschlagen – ist der Zugang zum Thema: Nicht von einem Krankenkassensystem, sondern von einem Gesundenkassensystem müssen wir ausgehen. Gesundheit erhalten – von Geburt an. Das ist Gesundheitspolitik mit Nachhaltigkeit.

ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien
Präsident der Österreichischen Ärztekammer  

Die weibliche Form ist der männlichen Form in diesem Blog gleichgestellt; lediglich aus Gründen der Leseverständlichkeit wurde die männliche Form gewählt.

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