Dr. Thomas Szekeres

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Hut ab! Frau Rabmer-Koller

" Ich bin angetreten um etwas zu verändern“, sagt die scheidende Präsidentin des Hauptverbandes und zieht die Konsequenzen. Über Nacht. „Veränderung nicht möglich.“
Das ringt Respekt ab. Auch wenn es Kritik am Führungsstil gegeben haben mag. Sie mag vielleicht zu wenig politisches Gespür gehabt haben, wie manch einer durch die Parteien äußerte – aber sie hat eines gezeigt: Haltung. Das ist in einem Lande wie Österreich eine Ausnahme und Ehre


Die Tatsachen bleiben bestehen: Ein reformunwilliger Hauptverband, zu viele Doppelgleisigkeiten, zu wenig Dialogfähigkeit mit den Partnern, zu viel Macht bei bestimmten Interessensgruppierungen.

Rabmer-Kollers Rücktritt ist ein Signal: Österreichs Gesundheitspolitik und Gesundheitsversorgung hat dringlichen Änderungs- und Sanierungsbedarf. Trotz der Schönredereien des ehemaligen Gesundheits- und nunmehrigen Sozialministers Alois Stöger.

Die Finanzierung ist in Frage gestellt, die Sozialversicherungen und Gebietskrankenkassen befinden sich in einer strukturellen Finanzkrise, es herrscht wenig Transparenz.

Dass immer wieder versucht wurde die Ärzte auszubremsen, sie nicht einzubinden, war und ist ein Fehler, den auch die offizielle Gesundheitspolitik immer wieder macht.

Wer die wesentlichen Träger der Gesundheitsversorgung, die Praktiker vor Ort, diejenigen, die die Situation alltäglich neu durchleben, ausschließt, ist entweder reformunwillig oder blind.

Ob PHC, Krankenhausreform, Prävention und Pflege, Erarbeitung eines integrativen Gesundheitskonzepts oder Beendigung des Machtföderalismus – die Stimmen der Ärzte wurden nicht  gehört.

Eines aber zeichnet uns Ärzte und die Kammer aus: Die Fähigkeit zum anhaltenden Widerstand. Zur Demonstration. Und der autonome Status. Ärzte haben eigene Konzepte einer nachhaltigen und finanziell leistbaren Reform des Systems auf den Tisch gelegt – mehrfach.

Wir werden es auch in Zukunft tun, gleichgültig an welche Regierung oder Management.

Im Unterschied zu vielen anderen haben wir ein Ziel: Das Wohlbefinden der Patienten, einen besseren Gesamtgesundheitszustand des Landes und der Bevölkerung.

Wir reden nicht von einem Kranken- und Krankenkassensystem, sondern von einem Gesundheitssystem. Und das hat vordringlich dafür zu sorgen, dass die Gesundheit aller – ohne soziale Unterschiede – so gut wie möglich zu erhalten ist, und Krankheiten, Verletzungen und sonstige Malversationen mit den besten zur Verfügung stehenden medizinischen Mitteln bekämpft werden. Ohne Zugangsrestriktionen zur Spitzenmedizin, Zweiklassengesellschaft und Machtklüngeleien.

Das wird auch in Zukunft so sein.

Ao. Univ. Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien




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