Dr. Thomas Szekeres

« März 2017»
S M D M D F S
      1 2 3 4
5 6 7 8 9 10 11
12 13 14 15 16 17 18
19 20 21 22 23 24 25
26 27 28 29 30 31  

Kategorien

Letzte Nachrichten

Wenn Ärzte auf die Barrikaden gehen…
20.10.2017 21:51
Grippewelle ante portas
18.10.2017 08:13
Österreich – Deutschland. Die Zweite.
09.10.2017 08:03
11.000 versus 1.630
06.10.2017 09:30

Schluss mit den Schuldzuweisungen!

Wir brauchen eine konstruktive Gesundheitsdebatte.

Lange Wartezeiten sind Fakten, die man per Gesetz nicht verringern kann. Für eine bessere Ausbildung, die auch der Praxis und der Forschung förderlich ist, braucht man mehr Geld für die Universitäten. Und eine bessere Zusammenarbeit zwischen Universitätsklinikbetrieben und dem Bund.

 

Für Pflege und Prävention braucht man mehr Geld, mehr Planung und vor allem eine integrative Gesundheitsplanung. Dass die Gesundheitskosten per se steigen müssen ist evident: Medizinischer Fortschritt, steigende Lebenserwartung, höhere Ansprüche seitens der Patienten und steigender Personalbedarf in der Medizin und Pflege.

Zu allererst ist eine durchgreifende Präventionspolitik notwendig; auch dafür muss man Budgets reservieren.

Wenn man alle diese Fakten negiert, wird man auf keinen grünen Zweig kommen. Da helfen weder Schalmeienklänge noch großartig formulierte Gesundheitsreformkonzepte, die nicht einmal das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben sind.

Wir brauchen einen Schulterschluss: Regierung und Landesregierungen, Sozialversicherungsträger, Ärzte und Universitäten. Wir brauchen eine umfassende Analyse der Verwicklungen der Systeme und eine radikale Vereinfachung.

Weg mit föderalistischen Privilegien, weg mit Machtvorbehalten und Eitelkeiten. Und es braucht Mut: Rasche Umwandlung von Akutbetten in Pflegebetten, einen österreichweiten Krankenhausplan jenseits der Befindlichkeiten von Bundesländerkaisern und Bezirksherzögen, einen einheitlichen und realistischen Honorar-Leistungskatalog – durchaus mit Differenzierungen – und vor allem ein Eingeständnis: Es fehlt an allen Ecken und Enden an qualifiziertem Personal.

Gute Gesundheitspolitik ist vor allem gute Personalpolitik. Man kann nicht Menschen wegrationalisieren, wenn es darum geht Menschen individuell zu helfen.

Nirgendwo ist der Faktor menschliche Zuwendung und Empathie so wichtig, wie in der Medizin und Gesundheitsversorgung. Und nirgendwo wird so lange und so viel gearbeitet.

Deshalb: Reinen Tisch machen, statt vom grünen Tisch aus agieren. Standesdünkel vergessen – auf allen Seiten.

Und gemeinsam die Gesundheitszukunft für Österreich gestalten.


Ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien

Mein Kommentar

Benachrichtige mich, wenn jemand einen Kommentar zu dieser Nachricht schreibt.

Zurück