Dr. Thomas Szekeres

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Der Fisch beginnt am Kopf zu stinken

Hoffnung nach Rückzug von Wehsely und Janßen

Nun sind sie beide weg. Die Gesundheitsstadträtin und der KAV-Direktor. In einem waren beide gleich: In der hartnäckigen Verweigerung, Tatsachen zu kommunizieren und Realitäten zur Kenntnis zu nehmen. Empathie gehörte nicht zu ihren Stärken.

 

Nun also die Chance für einen Neubeginn. Die neue Gesundheitsstadträtin hat zweierlei bewiesen: Empathie mit ihrer Tour durch die Krankenhäuser und Entscheidungskraft mit der Ablöse von Janßen.

Nunmehr geht es aber ums Eingemachte. Um einen schonungslosen Bericht zur aktuellen Situation, mit einem Problemkatalog und einer Liste von Disfunktionalitäten.

Dafür sollte die Gesundheitsstadträtin ein offenes Ohr bewahren: Nicht nur ausschließlich für die internen Gesundheitsökonomen und Magistratsmitarbeiter, sondern vor allem für Ärztinnen und Ärzte, für Pflegerinnen und Pfleger.

Vielleicht sollte sie auch einmal eine Tour durch die Ordinationen der Allgemeinmediziner unternehmen, um zu sehen was sich dort tut und wie schwierig der Job des Praktikers ist – bei ungenügender Betreuung und Unterstützung durch die Gesundheitspolitik.

Vielleicht sollte sie auch mit Rettung und Ärztenotdiensten mitfahren.

Und dann: Einen großen runden Tisch, Arbeitsgruppen mit Praktikern und einen Maßnahmenkatalog ohne Rücksichtnahme auf Klüngeleien und Sonderinteressen.

Dabei geht es nicht nur um die akute Versorgung, sondern auch um Pflege, um Vorsorge, um Gesundheitsunterricht in den Schulen, um Informationen statt Schönbilder in den Medien.

Die Ärztekammer hat der Gesundheitsstadträtin Basisvertrauen entgegengebracht und Gespräche auf Augenhöhe angeboten.

Jetzt sollten diese Gespräche beginnen. Ohne Emotionen und Rückgriff auf die Vergangenheit.

Es wäre eine Chance, Wien könnte wieder Medizinmusterstadt werden. Dass das Geld kostet und vor allem Personal, gute ausgebildete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ist klar.

Am falschen Fleck zu sparen, hieße die Probleme irgendwann explodieren zu lassen. Vor allem aber gilt eines: Ein klares Nein zur drohenden Privatisierung und Zweiklassenmedizin.

Das muss eine Stadt mit hoher sozialer Tradition wie Wien leisten: Barrierefreier Zugang zur Spitzenmedizin. Würdevolles Leben im Alter und Respekt vor denjenigen, die im Gesundheitsbereich arbeiten.


ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres
Präsident der Ärztekammer für Wien

Andrea Ifsits
21.03 - 
11:25
Hoffnung....

Sehr geehrter Hr. Szekeres, vielen Dank für Ihre Worte, ich kann Ihnen nur voll und ganz zustimmen. Ihre Zeilen lassen uns hoffen, dass in Zukunft doch so Einiges verbessert werden könnte. V.a. gefällt mir Ihre Einstellung, in allen Richtungen Transparenz zu zu lassen. Falsch oder gar nicht informierte Arbeitnehmer sind zwangsweise unzufrieden. Ebenso ist eine Führungsposition wertlos, wenn sie nicht genau informiert ist, was unter ihrer Führung tatsächlich geleistet wird. Ich komme aus dem Bereich "Pflege", bin seit 27 Jahren beim KAV angestellt, und habe nur selten den Eindruck, dass man in den oberen Rängen meinen Tagesablauf kennt. Passieren dann einmal Fehler, oder zeigt man Missstände auf, fällt meist die gesamte kollegiale Führung "aus allen Wolken". Das müsste nicht sein. Vieles könnte man auch im Vorfeld verhindern, doch das würde einer ganz wichtigen Sache bedürfen: Man müsste auf die Anliegen der Mitarbeiter hören. Natürlich hat diese Forderung immer einen gewissen unangenehmen Beigeschmack - schließlich kann man es nicht immer allen und jedem recht machen. Manche Wünsche sind einfach zu utopisch, andere zu nichtig, und wieder andere aus Kostengründen nicht umsetzbar. Ich glaube, dass daraus der Trend entstand, dass man einfach aus Gewohnheit lieber über unsere Köpfe hinweg bestimmt, auch wenn uns so manche Entscheidungen noch so absurd erscheinen. Es ist einfach leichter, evt. Konfrontationen gleich gar nicht begegnen zu müssen. Verständlich. Dennoch... viele meiner Kollegen aus allen KAV-Berufsgruppen sind schlaue Köpfe. Viele kommen als Quereinsteiger aus anderen Branchen, und bringen vielfältige Erfahrungen mit. Es wäre für das gesamte Gesundheitssystem von Vorteil, sich deren Vorschläge anzuhören. Niemand von uns verlangt, dass seine/ihre Wünsche ungeprüft und unüberlegt in die Tat umgesetzt werden. Aber man sollte auch als Politiker noch wissen, dass die, die direkt mit dem Patienten arbeiten, die direkt an der "Front" kämpfen, auch die sind, die am Ehesten Probleme erkennen können. Und für viele hätten wir auch schon eine Lösung. Es wäre schön, wenn wir eine Anlaufstelle hätten, wo man ohne Scheu und Angst vor Konsequenzen diese Probleme vortragen könnte. Global gesehen arbeiten wir alle für dieselbe Sache... bitte lassen sie uns nicht außen vor. Vielen Dank für Ihr Engagement und viel Erfolg weiterhin... Andrea Ifsits

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