Dr. Thomas Szekeres

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Reduziert die Wartezeiten – Und verstärkt das Personal

Anders geht es nicht

Zurecht fordert die neue Gesundheitsministerin eine Begrenzung der Wartzeiten. Im Extremfall will sie ein Gesetz erlassen. Gut so. Aber Wartezeiten lassen sich nicht durch Rationalisierungen von Abläufen reduzieren. Nicht in den Spitälern. Und nicht im Gesundheitswesen. Krankheiten, Unfälle und Verletzungen sind nicht planbar. Dass es an allen Ecken und Enden an Personal mangelt, ist seit Jahren evident.

 

Ebenso evident ist, dass sich die personelle Situation verschlechterten wird: Zu wenige junge ÄrztInnen, kommende Pensionierungswelle bei der Baby-Bommer-Generation, steigende Einwohnerzahlen – stärker als im europäischen Schnitt – und nach wie vor steigende Lebenserwartung und explodierender Pflegebedarf.

Dazu kommen Lücken in der Infrastruktur und Ausstattung – etwa bei Bestrahlungsgeräten oder in der Besetzung von Kasssenpraxen, vor allem am Land.

Wie bis Ende Mai oder Juni – wie es der Ministerien vorschwebt – die Wartezeiten verkürzt werden können, ist ein Rätsel. Ein lösbares.
Wenn man ab sofort das Personal im Gesundheitswesen vermehrt, die Honorare für KassenärztInnen, insbesondere AllgemeinmedizinerInnen – deutlich anhebt und mit Deckelungen beispielsweise in der Radiologie, aufhört.

Wie viel das kostet lässt sich nicht abschätzen. Dass es sich langfristig bezahlt machen würde steht außer Zweifel.

Ein Problem aber lässt sich nicht lösen: Die Ressourcen, um eine Personalerhöhung durchzuführen gibt es nicht. Es sei denn man würde alle Wahlärzte zwangsverpflichten, oder sie in Spitälern anstellen und eine Rückholaktion von jungen ÄrztInnen aus Deutschland und der Schweiz oder Großbritannien starten.

Die Gesundheitsministerin will die PHC forcieren. Auch das ist kein Problem: wenn gesichert ist, dass damit nicht der Allgemeinmediziner „entsorgt“ wird, das die Vertragskompetenz der Ärztekammer nicht ausgehöhlt wird und ausschließlich ÄrztInnen, Betreiber der PHC sein dürfen (und auch Gesellschafter).

Wie gesagt, alles ist möglich.

Man muss sich aber der Kosten der Konsequenzen und der Notwendigkeit einer konstruktiven Zusammenarbeit mit den Ärzten bewusst sein.

Also:
Weg mit den überlangen Wartezeiten.
Keine Zweiklassenmedizin.


Mehr Ärzte braucht das Land zu besseren Arbeitsbedingungen.

Die Patienten werden froh sein.
Denn um sie geht es.

Ao. Univ.-Prof. Dr. Thomas Szekeres.
Präsident der Ärztekammer für Wien

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